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Auszug aus der Geologischen Entstehungsgeschichte des Großen Alpsees


Blick in das Konstanzer Tal Blick in das Konstanzer Tal
Die Furche des Konstanzer Tals ist in der Eiszeit durch eine Eiszunge des Rhein-Illergletschers ausgeschürft worden. Beim Rückgang des Gletschers füllten Schmelzwässer den Talboden um fast 100 m mit Schotter und Seetonen auf.

Das Becken des Alpsees blieb erhalten, weil hier eine ungeheure Eismasse (Toteis) das Zuschütten durch Geröll verhinderte.

Zeugen des Eisrückzuges sind Toteislöcher (Sölle), die sich immer wieder in Gebieten mit Rückzugsmoränen finden. Sie entstanden durch Gletscherteile, die das zurückschmelzende Eis liegen ließ und die - unter Geschiebelehmen oder Kiesen vor der Sonne geschützt - sich noch eine Weile halten konnten. Tauten diese Eisreste schließlich doch ab, blieben kraterartige Senken in der Landschaft zurück. Schöne Beispiele solcher Toteislöcher finden sich etwa bei Obereinharz oder bei Zaumberg.
Größere Toteismassen, die in den Tälern zurückblieben, schützten manche Talabschnitte so lange vor den schlammbeladenen Schmelzwässern, bis sich die Gletscher aus deren näheren Umgebung zurückgezogen hatten.

So entstanden vermutlich die meisten größeren Seen des Allgäus so wie der Alpsee.

"Der Schwedenbrunnen im Alpsee"


Ob das Eis im Allgäu auch so gut trage wie in Schweden, fragte ein Schwedenoberst einen Allgäuer, und ob man es wagen könne, den Weg über den zugefrorenen Alpsee bei Immenstadt zu nehmen. "Ganz gewiß" meinte der Allgäuer, "ihr braucht bloß den rechten Weg zu reiten".

Dabei wies er sie in Richtung auf jene Stelle im See, die auch im kältesten Winter nicht zufriert. Den "Schwedenbrunnen" nennt man diesen Teil des Alpsees, seitdem jener Oberst mit vierzehn Mann darin ein nasses Grab gefunden hat.

Die ertrunkenen Schweden sind später noch manchmal in dunklen Nächten aus den Gründen heraufgestiegen und haben mitten auf dem See ein Biwak gehalten, mit Lagerfeuer und Kriegsgesang. Dieser Zauber soll schon ab und zu Föhlen, die es nach einem Soldaten gelüstete, auf den See hinausgelockt haben, der sein Opfer dann freilich nicht mehr herausgab.

"Die Frevelhafte Stadt Konstanza"


Die einen sagen, die Stadt Konstanza habe sich östlich von Bühl an der Stelle des Alpsees in einer Ebene ersteckt. Aber in älteren Zeiten hieß es, Konstanza sei eine Bergstadt gewesen auf einem mächtigen Gebirgsstock, der mit der unseligen Stadt im Alpsee bei Immenstadt versunken ist.

Wahre Wunder von Wiesen und Weiden breiteten sich wie ein köstlicher Mantel um den Berg, und die Einwohner der Stadt hatten das beste und gesündeste Vieh. Es gab Milch, Butter, Käse in unglaublicher Fülle, und die Menschen lebten in Wohlstand und Üppigkeit.

Aber dann kam der Verschwendungsteufel über sie. Mit Käslaiben pflasterten sie ihre Straßen; denn weil ihnen der Segen Gottes mühelos in die Stadt floß, deswegen achteten sie ihn nicht. Schließlich vergaßen sie gar auf Gott und spotteten seiner, indem sie einen riesigen Käslaib als Götzenbild aufstellten. Sogar einen Gottesdienst sollen sie davor gehalten haben.

An einem Karfreitag aber, in der Sterbestunde des Herrn, erhob sich über Konstanza ein fürchterliches Unwetter. Schlag auf Schlag zuckten zündende Blitze auf die frevelhafte Stadt nieder, während ringsrum herrlichstes Frühlingswetter war. Der große Götze aber, jener riesenhafte Käslaib, wurde immer schwerer und schwerer und versank erst langsam, dann immer rascher im Boden. Die schöne Stadt und schließlich den ganzen Berg, auf dem Konstanza gelegen, riß er mit in einen bodenlosen Abgrund.
Bis in die Osternacht stiegen giftige Rauchschwaden aus dem ungeheuerlichen Erdloch; erst in der Auferstehungsstunde deckte denn das Wasser allen Frevel und alles Elend zu.

Wer heute an sonnigen, windstillen Tagen in die Tiefe des Alpsees schaut, der kann die grauenhafte Zerstörung sehen. Dieser Anblick soll aber so entsetzlich sein, daß man ihn nicht begehren soll. Drei muntere Bühler Mädchen, die ihre Neugierde nicht bezähmen konnten, sollen ihren ganzen Frohsinn durch den Schrecken über das Gesehende eingebüßt haben. Sie verschenkten ihr Erbe, entließen ihre Freier und gingen in ein Kloster. Dort haben sie ihr Leben lang für die Taten der unseligen Leute von Konstanza Buße getan.
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STICHWORTSUCHE

VERANSTALTUNGEN
Sonntag, 12.09.2010
09:15:Kapellenfest in Bühl a. Alpsee
 
Freitag, 17.09.2010
20:00:Cow down mountain Party
 
20:00:650 Jahre Stadt Immenstadt "Film"
 
Samstag, 18.09.2010
09:00:Immenstädter Viehscheid
 
Sonntag, 19.09.2010
11:00:Sonntags-Matinee: Lesung mit Erich Puchta
 

 
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