Die jetzigen Gotteshäuser in Bühl, St. Stephan und die Loretokapelle, gehen auf das Geschlecht Königsegg-Rothenfels zurück. Es war Graf Leopold Wilhelm (1666/94) der seinen Vater Graf Hugo (1622/66) nach einer Italienreise, bei einer Bootsfahrt auf dem Großen Alpsee, auf die vergleichbare Lage von Bühl mit Loreto bei Ancona aufmerksam gemacht hat. Beide beschlossen, an Stelle der alten Kirche, eine Kapelle zu Ehren von Maria zu Loreto und daneben eine neue Stephanskirche zu bauen.
Zur Verbreitung des Loretokultes hatten die Jesuiten, welche 1554 die Seelsorge an dem italienischen Wallfahrtsort übernommen hatten, wesentlich beigetragen. Nach der Legende soll das Haus von Nazareth, um es vor den Ungläubigen zu retten, im 13. Jahrhundert von Engeln nach Loreto übertragen worden sein.
Nach dieser "Casa Santa", welche inmitten des Domes von Loreto steht, wurden in Süddeutschland viele architektonisch einfache, fensterlose Kapellen gebaut. Gestiftet von Adelsgeschlechtern, vor allem den Waldburg, entstanden im 17. Jahrhundert Loretokapellen in Scheer, Kisslegg, Wolfegg, Dürmentingen, Neutrauchburg und Tettnang. Weitere Loretokapellen befinden sich auch in Oberstdorf, Altdorf (bei Marktoberdorf), Türkheim und auf dem Kobel bei Augsburg.
Die Bühler Loretokapelle ist eine maßstabsgetreue Nachbildung der Orginal-Kapelle, welche in Ancona/Italien steht.
1995 wurde eine Gesamtrestaurierung durchgeführt. Seitdem erstrahlt das Gotteshaus, mit der vorgebauten Annakapelle, in neuem Glanz.
Für den interessierten Besucher der Bühler Pfarrkirche St. Stephan (mit Unterkirche St. Salvator) sowie der Loreto- und St. Annakapelle liegt ein neuer, ausführlicher Kirchenführer am Schriftenstand auf!
Im Mai findet jeden Samstag um 9.00 Uhr ein Wallfahrtsgottesdienst statt. Hierzu kommen seit Generationen Fußwallfahrer, so z. B. aus Wirlings, Waltenhofen, Wiggensbach, Stein und Immenstadt.
Zurück







Für unsere Bürger halten wir viele Infos und Leistungen online bereit. Probieren Sie es aus ...


Loretokapelle Bühl am Alpsee